Une Terre Culturelle entwickelt und beteiligt sich an verschiedenen europäischen und internationalen Netzwerken mit Akteuren, Einrichtungen und Organisationen im Bereich der internationalen Mobilität und Jugend, die es uns ermöglichen, unsere Praktiken zu bereichern, indem wir Erfahrungen, Innovationen und gute Praktiken mit unseren lokalen, nationalen und internationalen Partnern teilen und austauschen.

Netzwerk für Diversität und Partizipation

Förderung der Entwicklung von Jugendprojekten

Im Jahr 2018, anlässlich des 60. Jahrestages der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Marseille, haben das Deutsch-Französische Jugendwerk, dock europe e.V. (Hamburg), Une Terre Culturelle (Marseille), die Regional- und Bezirksdirektion für Jugend, Sport und soziale Zusammenhalt Provence-Alpes-Côtes d’Azur und der Hamburger Senat das dritte deutsch-französische Netzwerk “Diversität und Partizipation” zwischen den Akteuren dieser beiden Hafenstädte und der Region Süd ins Leben gerufen.

Ziel dieses Netzwerks ist es, die Anerkennung von Diversität und Partizipation auf allen Ebenen in unseren kosmopolitischen und pluralistischen Städte zu fördern und so gegenseitigen Respekt und Verständnis innerhalb unseren Gesellschaften zu unterstützen. Es stellt das Engagement und die aktive Beteiligung junger Menschen als unverzichtbare Faktoren für die Schaffung einer friedlichen und geeinten Zukunft ins Zentrum. Zu diesem Zweck wird es notwendig sein, einer größeren Zahl junger Menschen, unabhängig von ihrem Profil, den Zugang zu Bildungsmobilität zwischen den beiden Ländern zu ermöglichen, um ihr Lernen zu stärken und ihre persönliche Entwicklung zu fördern. 

Die Hauptaufgabe dieses Netzwerks ist die Zusammenführung und der Austausch zwischen Akteuren und Institutionen vor Ort, politischen Führungskräften, Sozialarbeiter*innen, Pädagog*innen, Jugendleiter*innen, Lehrer*innen, Berufsberater*innen aus Hamburg, Marseille und der PACA-Region mit dem Ziel, die Verbindungen zu stärken, den Erfahrungsaustausch zu erleichtern und die Schaffung einer breiteren Zusammenarbeit zwischen den Akteuren in den beiden Ländern zu fördern. Konkret wird das Netzwerk daher die Entwicklung und Umsetzung deutsch-französischer Projekte ermöglichen und die Partner bei der Umsetzung ihrer gemeinsamen Aktionen und der sektorübergreifenden Zusammenarbeit unterstützen, um die Entwicklung von Projekten im Jugendbereich zu fördern.

Die jungen Mobilitätslotsen

Wie können wir junge Menschen aus benachteiligten sozialen Verhältnissen sensibilisieren?

Wie können wir die jungen Menschen integrieren, die es am meisten brauchen? Wie kann man jungen Menschen, die weit davon entfernt sind, Mobilität ermöglichen? Die “Jeunes Relais de Mobilité/Mobilitätslots*innen” geben Antworten auf diese Probleme und Herausforderungen. Das Projekt “Jeunes Relais de Mobilité” richtet sich an junge französische und deutsche Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren, die bereits über Mobilitätserfahrung verfügen und in ihrer Region verwurzelt sind. Ziel dieses Projekts ist es, die am weitesten von der Mobilität entfernten Jugendlichen zu erreichen, die vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW), dem europäischen Programm Erasmus+ und seinen Partnern nicht erfasst werden, dank Jugendlichen, die bereits an der deutsch-französischen und internationalen Mobilität teilgenommen haben.

Durch dieses Projekt werden junge Menschen zu “Mobilitätslotsen” – Multiplikatoren ihrer eigenen Erfahrungen gegenüber Gleichaltrigen. Zwei Begegnungen der Jugendlichen – eine in Marseille, die andere in Hamburg – ermöglichten es ihnen, noch einmal von dieser interkulturellen Erfahrung zu profitieren und dank der Arbeit mit Peer-to-Peer-Methoden sehr aktive Akteure auf ihrem Gebiet zu werden. Die Jugendlichen haben durch ihre informellen Netzwerke in Sportvereinen, Verbänden, Schulen usw. einen privilegierten Kontakt mit der Zielgruppe. Die “Mobilitätslotsen” sind am besten in der Lage, junge Menschen, die sonst kaum Berührungspunkte mit dem Thema Mobilität haben für eben diese zu begeistern und zu überzeugen, sich für einen internationalen außerschulischen Austausch  anzumelden, auch wenn sie die Sprache der Partnerländer und der anderen Teilnehmer*innen nicht sprechen. Das Projekt trägt auch dazu bei, eine neue Dynamik innerhalb des Netzwerks “Diversität und Partizipation” und der Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Marseille zu schaffen.

Rethinking, Cooperation, Sharing

Beitrag zum Dialog zwischen den Völkern

Das Projekt “Rethinking, Cooperation, Sharing” zielt darauf ab, den Dialog zwischen den Völkern zu fördern und zu stärken, indem menschliche Geschichten verbreitet und Zusammenarbeit und aktives zivilgesellschaftliches Engagement gefördert werden. Dieses Projekt entstand aus der Beobachtung heraus, dass der Mangel an direkter Kommunikation zwischen den Bürgern unserer Länder und Kulturen ein Klima des Misstrauens, der Ignoranz und Intoleranz schafft, das oft von politischen Mächten zu Propagandazwecken und zur Aufrechterhaltung von Spannungen manipuliert wird. Je weniger Möglichkeiten zur direkten Kommunikation und zum Dialog bestehen, desto weniger Chancen hat die Gesellschaft, sich an der Entscheidungsfindung zu beteiligen und Veränderungen herbeizuführen. Daher sehen wir die Notwendigkeit, einen freien und gemeinsamen Raum zu schaffen, in dem die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam realistischere Darstellungen ihrer Geschichte produzieren und austauschen können. Diese gemeinsamen Projekte fördern das gegenseitige Verständnis und tragen zum kulturellen Austausch bei, indem sie echten menschlichen Geschichten eine Stimme verleihen. 

Ein erster Zyklus des Projekts brachte 2018 junge Franzosen, Deutsche und Armenier zum armenischen Völkermord zusammen.

2020-2021 beginnt ein neuer Zyklus, der junge Menschen aus Russland, Frankreich, Deutschland und der Ukraine zusammenbringt.  Die Ziele dieses Projekts bestehen darin, einen Dialog zwischen den jungen Teilnehmer*innen aus diesen vier Ländern zu schaffen, von denen es zwischen einigen aufgrund geopolitischer Spannungen nicht genug Kommunikation gibt. Wir bemühen uns um die Wiederherstellung eines Dialogs zwischen den Völkern, nicht mit dem Ziel, wichtige politische Fragen zu lösen, sondern motiviert von der Idee, die wohlwollende Kommunikation und die Aufgeschlossenheit der Bürger*innen zu bewahren. Das Projekt ermöglicht es den Teilnehmenden, sich in den 4 teilnehmenden Ländern innerhalb eines Zeitraum svon 18 bis 24 Monaten zu treffen.

Dieses Projekt wird dank der Unterstützung durch das Deutsch-Französische Jugendwerk und das europäische Programm Erasmus+ ermöglicht.

M.E.R.-Netzwerk - Mobilität-Austausch-Gegenseitigkeit

Eine Verbindung zwischen den Bürger_innen Europas und des Mittelmeerraums schaffen

Das 2014 gegründete Netzwerk M.E.R. – “Mobilité – échange – reciprocité” (Mobilität – Austausch – Gegenseitigkeit) bringt die Akteure der Jugend- und Mobilitätspolitik im Europa-Mittelmeerraum zusammen.

Ziel des Netzwerks ist es, die Mobilität junger Menschen zu fördern und Verbindungen zwischen den Bürgern Europas und des Mittelmeerraums zu schaffen, indem unsere Kapazitäten durch die gemeinsame Nutzung unserer Arbeitsmethoden und unserer pädagogischen und organisatorischen Ansätze gestärkt werden.

2014 haben Une Terre Culturelle und Partner aus 14 Ländern des Europa-Mittelmeerraums beschlossen, dieses Netzwerk gemeinsam zu entwickeln, nachdem sie gemeinsam festgestellt haben, dass es für uns als in der Mobilität tätigen Einrichtungen unerlässlich ist, unsere Kapazitäten zu erhöhen indem wir unsere Arbeitsmethoden, unsere interkulturelle Pädagogik miteinander teilen. Wir entwickeln neue Instrumente, die wir mit internationalen Partnern teilen und an unsere Aktivitäten anpassen.

Seit 2014 wurden drei Treffen der M.E.R.-Netzwerkpartner organisiert, an denen Akteure aus Algerien, Deutschland, Bosnien, Zypern, Ägypten, Spanien, Frankreich, Griechenland, Italien, Mazedonien, Marokko, Palästina, den Niederlanden, Portugal (Russland geplant 2021), Tunesien und der Türkei teilnahmen.

La Maison IV - Schaffung eines Drittortes für Mobilität

Im Jahr 2018 hat Une Terre Culturelle die Schaffung eines deutsch-französischen und euro-mediterranen Drittortes rund um Interkulturalität, Mobilität und Freiwilligenarbeit ins Leben gerufen. Das Maison IV, Haus der Interkulturalität und des Volontariats ist ein Ressourcenzentrum, bietet Raum für Empfänge, Arbeit, Coworking, den Austausch von Kompetenzen und Können, Bündelung von Wissen und die Zurverfügungstellung von Ressourcen. Dieser Ort wird im Rahmen eines partizipativen, zivilgesellschaftlichen und nachhaltigen Ansatzes entwickelt wird und verbindet lokale und internationale Initiativen miteinander. Als DER Drittort schlechthin wird dieser Raum ein Treffpunkt sein, eine Plattform, auf der die Akteure des Territoriums die internationalen Netzwerke nutzen, die Une Terre Culturelle seit 1992 aufgebaut hat. Marseille, eine Hafenstadt, multikulturell und offen für den euro-mediterranen Raum, muss ihre interkulturelle Rolle wahrnehmen und endlich Menschen in die Lage versetzen, die Voraussetzungen für eine nachhaltige menschliche Entwicklung zu schaffen. Das Maison IV wird zu einem Ort Schwarmintelligenz werden, der es Marseille ermöglicht, diese Rolle zu spielen.